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Betrüger tischten Rentnern am Telefon ein Märchen auf. Dann kam eine vermeintliche IT-Mitarbeiterin vorbei, holte EC-Karten ab und ließ sich die PIN geben.

 

(ty) Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord heute mitteilt, ist es am gestrigen Montag in den Stadtgebieten von Ingolstadt und Neuburg an der Donau vermehrt zu Anrufen von Betrügern gekommen, die sich als Bank-Mitarbeiter ausgegeben haben. Dabei seien die Kriminellen mitunter an die Bank-Karten von Rentnerinnen und Rentner samt deren PIN gekommen. In vier Fällen seien die Täter mit der Masche erfolgreich gewesen, denn nach den Telefonaten seien jeweils mehrere tausend Euro von den Konten abgehoben worden, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums gegenüber unserer Zeitung. Die Kripo von Ingolstadt hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugen-Hinweise. Außerdem werden konkrete Tipps gegeben, wie man sich vor solchen Betrügern schützen kann.

Im Laufe des gestrigen Vormittags seien die unbekannten Call-Center-Betrüger im Ingolstädter Südwesten aktiv gewesen, am Nachmittag dann im Stadtgebiet von Neuburg, heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberbayern-Nord. Den Angaben zufolge wurde den angerufenen Senioren vorgetäuscht, dass es zu gescheiterten Abbuchungen und Unstimmigkeiten auf ihrem Bankkonto gekommen sei. Um dies weiter zu prüfen, habe der Anrufer angekündigt, dass eine Mitarbeiterin der "IT-Abteilung" der Bank zur Kontrolle der Kredit-/Debitkarte vorbeikommen werde.

"Bereits während des Gespräches, aber auch kurze Zeit nach den Telefonaten klingelte es an den Wohnungen der Senioren", so der Polizei-Sprecher. Vor der Tür habe die vermeintliche Bank-Mitarbeiterin gestanden und sich zur angeblichen Überprüfung die Bank-Karten mit der dazugehörigen PIN aushändigen lassen. Anschließend sei die Unbekannte mit den ergaunerten Karten zur vermeintlichen weiteren Prüfung weggegangen – und nicht zurückgekehrt. "Erst dann bemerkten die Geschädigten, dass sie einem Betrug aufgesessen sind", erklärt der Polizei-Sprecher.

Im Anschluss seien in unmittelbarer Nähe dann Geld-Abhebungen bei verfügbaren Geld-Automaten getätigt worden, jeweils zwei solcher Fälle ereigneten sich laut Polizeipräsidium im Stadtbereich von Ingolstadt und im Stadtbereich von Neuburg an der Donau. Auch einzelne kleinere Einkäufe mit Abhebungen in Supermärkten seien erfolgt, bevor man die Karten im Rahmen der Anzeigen-Aufnahme habe sperren können. Sofort eingeleitete Fahndungs-Maßnahmen seien erfolglos geblieben.

Die vermeintliche IT-Mitarbeiterin wurde laut Polizei wie folgt beschrieben: Sie sei vermutlich zwischen 30 und 40 Jahre alt, rund 1,70 Meter groß und schlank. Die Unbekannte habe dunkelblonde, hüftlange Haare getragen. Ihre Erscheinung werde als west-/nordeuropäisch beschrieben. Und sie habe Hochdeutsch gesprochen. Auffällig seien ihre aufgespritzten Lippen gewesen. Hinweise zu verdächtigen Personen und Fahrzeugen werden unter der Telefonnummer (08 41) 93 43 0 von der Kriminalpolizei-Inspektion Ingolstadt entgegengenommen.

Um sich vor solchen Betrugsfällen zu schützen, rät die Kripo:

  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei derartigen Anrufen.
  • Geben Sie niemals ihre Bankkarte und PIN an eine fremde Person.
  • Bankmitarbeiter fordern nicht die Herausgabe von Bankkarten, von PINs oder Bargeld.
  • Beenden Sie im Zweifelsfall das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten beziehungsweise Informationen preiszugeben.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer Bank an – benutzen Sie dabei aber nicht die Rückruftaste, sonst landen Sie möglicherweise wieder bei den Betrügern.
  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit: Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei unter einer dem Telefonbuch entnommenen Telefonnummer an, in eiligen Fällen auch unter der Notrufnummer 110. 

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