Cyberkriminelle geben sich als offizielle Absender aus und versuchen so, Zugangs-Daten zu Online-Banking oder Brokern zu erlangen.
(ty) In den vergangenen Tagen sind den Dienststellen im Zuständigkeits-Bereich des in Ingolstadt ansässigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord mehrere Fälle von Betrug über so genannte Neobroker gemeldet worden. Der bislang bekannt gewordene Schaden summiere sich auf rund 50 000 Euro, wie heute in einer Presse-Mitteilung bekannt gegeben wurde. Betrogen wurden Personen aus den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Ebersberg sowie aus Ingolstadt. Die Kripo hat die Ermittlungen bereits übernommen. Zugleich warnen die Gesetzeshüter vor dieser Masche, die auch "Smishing" genannt wird.
"Neobroker ermöglichen es, mit wenigen Klicks unkompliziert Geld am Kapitalmarkt anzulegen", erklärt das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord, das auch für den Landkreis Pfaffenhofen zuständig ist. "Zur Nutzung werden meist lediglich ein dort erstelltes Bankkonto sowie ein Smartphone benötigt."
Einige Kundinnen und Kunden von "Trade Republic" erhielten laut heutiger Mitteilung in den vergangenen Tagen betrügerische Anrufe, E-Mails oder SMS und gaben daraufhin den Zugriff auf ihr Konto frei oder transferierten Gelder an andere Plattformen. Die Nachrichten stammten laut Polizei allerdings nicht von "Trade Republic", sondern von bislang unbekannten Cyberkriminellen. Die Firma "Trade Republic" habe bereits auf die Betrugswelle reagiert und warne Kunden offiziell vor der kriminellen Masche.
Beim so genannten Smishing handele es sich um Phishing-SMS, also Betrugs-Versuche durch Cyberkriminelle, die sich als offizielle Absender ausgäben und so versuchten, Zugangs-Daten zu Online-Banking oder Brokern zu erlangen. Nachfolgend die heute von der Polizei bekannt gegebenen Fälle:
♦ Ein 77 Jahre alter Mann aus Oberdolling im Landkreis Eichstätt erhielt nach Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord eine solche betrügerische SMS mit Hinweisen auf einen angeblichen unberechtigten Login-Versuch. Er habe daraufhin einen vierstelligen Euro-Betrag an bislang unbekannte Täter transferiert.
♦ Ein 71-Jähriger aus Ingolstadt habe ebenfalls eine solche SMS auf sein Handy bekommen. Er habe daraufhin eine dort angegebene Nummer angerufen und sei angewiesen worden, sein Guthaben in die Blockchain "Solana" zu übertragen. Anschließend sei die Kryptowährung von unbekannten Tätern weitertransferiert worden. Dem Ingolstädter sei dadurch ein Schaden im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich entstanden.
♦ Ähnlich erging es laut Polizei einem 62-Jährigen aus Vaterstetten im Landkreis Ebersberg sowie einer 42 Jahre alten Frau aus Ingolstadt. Beide verloren den Angaben zufolge jeweils ebenfalls einen niedrigen fünfstelligen Euro-Betrag.
♦ Eine 40-Jährige aus Schrobenhausen habe einen Anruf aus dem Ausland erhalten und sei von bislang ebenfalls nicht identifizierten Tätern dazu gebracht worden, einen dreistelligen Euro-Betrag auf eine vermeintlich sichere Krypto-Wallet zu übertragen.
"In allen genannten Fällen wurden die Gelder weitertransferiert oder der Zugriff auf die Krypto-Plattformen eingefroren, sodass den Opfern ein entsprechender Vermögens-Schaden entstand", fasst das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord zusammen. Die Kripo ermittele und rate der Bevölkerung, "sich mit gesundem Misstrauen vor derartigen Betrugs-Maschen zu schützen". Nachfolgend konkrete Tipps der Gesetzeshüter im Überblick.
Präventions-Hinweise der Polizei:
- "Oberstes Gebot ist Vorsicht! Lassen Sie sich mit Anrufen oder SMS nicht unter Druck setzen. Die Betrüger drängen gezielt auf zeitnahes Handeln.
- Öffnen Sie keine Links in SMS unbekannter Herkunft, installieren Sie keine neuen Anwendungen, wenn Sie am Telefon dazu aufgefordert werden.
- Loggen Sie sich nicht über Links aus SMS oder Mails ein, sondern tippen Sie die korrekte Adresse manuell ins Browserfenster ein und prüfen Sie, ob es sich um eine gesicherte Verbindung handelt (zum Beispiel durch Schloss-Symbol gekennzeichnet).
- Übermitteln Sie niemals persönliche oder vertrauliche Daten oder Login-Informationen per Telefon, SMS oder Mail.
- Geben Sie niemals PIN- oder TAN-Nummern per Telefon, SMS oder Mail heraus. Mitarbeiter von Banken und Geldinstituten werden niemals nach PIN, TAN oder ähnlichen sicherheitsrelevanten Nummern fragen!
- Informieren Sie sich über gängige und aktuelle Betrugs-Maschen auf den offiziellen Seiten der Polizei, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik oder bei den Verbraucher-Zentralen."





