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Interview mit Markus Hartmann, Bürgermeister-Kandidat von CSU und JU in Pfaffenhofen, vor der Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Herker (SPD/Grüne).

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(ty) Am kommenden Sonntag wird in Pfaffenhofen an der Ilm die Frage, wer in den nächsten sechs Jahren den Bürgermeister-Posten bekleidet, im Rahmen einer Stichwahl entschieden. CSU-Kandidat Markus Hartmann, der zugleich für die "Junge Union" (JU) im Rennen ist, tritt dabei gegen Amtsinhaber Thomas Herker (SPD) an, der auch von den Grünen nominiert worden war und eine vierte Periode als Rathaus-Chef anstrebt. Hartmann ist IT-Unternehmer und Vorsitzender der Christsozialen in der Kreisstadt. Im Interview erklärt er, was sich seiner Meinung nach ändern muss, und betont: "Wenn Schulden wachsen, Infrastruktur veraltet und Bürger sich zunehmend bevormundet fühlen, kann man nicht einfach behaupten, alles laufe hervorragend." Die Stichwahl sei "eine echte Richtungs-Entscheidung", so der CSU-Mann. "Wir wollen einen Neustart für unsere Stadt."

Herr Hartmann, Ihr Gegenkandidat wirbt mit dem Motto "Ein Herker für alle". Wie bewerten Sie diesen Slogan?

Markus Hartmann: "Wenn wirklich alles so gut wäre, gäbe es keine Stichwahl. Der Slogan klingt gut, aber die Realität sieht für viele Menschen anders aus. Dass mein Gegenkandidat überhaupt eine Mehrheit organisieren kann, liegt nur daran, dass sich gleich vier unterschiedliche Parteien hinter ihm versammelt haben. Gleichzeitig haben mit Abstand die meisten Wähler die CSU gewählt – und damit eben nicht dieses bunte Bündnis. Das zeigt deutlich, dass viele Bürger einen anderen politischen Kurs wollen und deren Willen missachtet wird."

Wo sehen Sie die größten Probleme der aktuellen Stadtpolitik?

Hartmann: "Erstens bei den Finanzen. Die Stadtwerke haben Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 76,2 Millionen Euro. Rechnet man das auf die Bevölkerung um, entspricht das rund 2700 Euro pro Bürger. Das zeigt: Wir reden hier nicht über Kleinigkeiten, sondern über eine massive finanzielle Verantwortung. Und trotzdem wird weiter Politik gemacht, als gäbe es keine wirtschaftlichen Grenzen."

Sie sprechen von einem oder eben keinem "Weiter so". Was meinen Sie damit konkret?

Hartmann: "In der aktuellen Stadtpolitik werden Projekte oft als ideologische Prestige-Projekte vorangetrieben, ohne sie wirklich kritisch zu hinterfragen. Ich halte es für selbstverständlich, dass wir alle großen Vorhaben der vergangenen Jahre konsequent auf ihre Rentabilität überprüfen. Jedes Unternehmen muss sich in der aktuellen wirtschaftlichen Lage fragen: Können wir uns das noch leisten? Kommunalpolitik darf sich dieser Realität nicht entziehen."

Sie kritisieren auch eine zunehmende Bevormundung der Bürger.

Hartmann: "Genau. Viele Menschen haben das Gefühl, dass ihnen immer mehr vorgeschrieben wird – vom bevorzugten Fortbewegungsmittel bis hin zu Vorgaben wie einer Bio-Quote auf dem Volksfest. Ich halte nichts davon, den Bürgern vorzuschreiben, wie sie leben sollen. Politik sollte Vertrauen haben und den Menschen Entscheidungen zutrauen."

Ein Thema, das von Ihnen immer wieder genannt wird, ist der Bahnhof.

Hartmann: "Der Bahnhof ist ein gutes Beispiel für falsche Prioritäten. Für viele Pendler und Besucher ist er der erste Eindruck unserer Stadt – und dieser Eindruck ist leider alles andere als positiv. Der Zustand ist seit Jahren unbefriedigend. Während viel Energie in große Projekte gesteckt wird, bleiben solche grundlegenden Aufgaben liegen. Das darf nicht so bleiben."

Sie greifen den amtierenden Bürgermeister damit deutlich an.

Hartmann: "Nach 18 Jahren Verantwortung muss man sich auch Kritik stellen. Demokratie bedeutet, Bilanz zu ziehen. Wenn Schulden wachsen, Infrastruktur veraltet und Bürger sich zunehmend bevormundet fühlen, kann man nicht einfach behaupten, alles laufe hervorragend."

Warum sollten die Bürger jetzt Ihnen das Vertrauen schenken?

Hartmann: "Weil diese Stichwahl eine echte Richtungs-Entscheidung ist. Es geht darum, ob Pfaffenhofen weitere Jahre im politischen Weiter-so bleibt – oder ob wir den Mut haben, einen neuen Kurs einzuschlagen. Viele Bürger wünschen sich eine Stadtpolitik, die wieder näher an den Menschen ist, die solide wirtschaftet und die Prioritäten richtig setzt. Eine Politik ohne ideologische Scheuklappen und ohne Bevormundung. Die wirtschaftliche Lage wird schwieriger, das spüren unsere Unternehmen jeden Tag. Gerade deshalb braucht Pfaffenhofen jetzt Verantwortung, Augenmaß und klare Entscheidungen. Am Sonntag haben die Bürger die Möglichkeit zu sagen: Wir wollen einen Neustart für unsere Stadt. Dafür trete ich an – und dafür bitte ich um ihr Vertrauen."


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