Ein 65-Jähriger durchschaute die ihm aufgetischte Lügen-Geschichte und verständigte die Polizei. Wenig später klickten die Handschellen.
(ty) Ein 65 Jahre alter Deutscher aus Dachau hat am gestrigen Donnerstag einen so genannten Schock-Anruf bekommen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord heute erklärt, fiel dem Mann jedoch schnell auf, dass es sich um eine Betrugs-Masche handelte. Er habe die Gesetzeshüter verständigt. Ein mutmaßlicher Täter, der dann mehrere tausend Euro habe abholen wollen, sei noch vor Ort festgenommen worden. Dieser 39-Jährige sei heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt worden, der Haftbefehl erlassen habe. Der Beschuldigte sei daraufhin in eine Justizanstalt gebracht worden.
Der Dachauer sei von einem Betrüger angerufen worden, der sich als Polizeikommissar ausgegeben habe. Er habe dem 65-Jährigen vorgaukeln wollen, dass dessen Tochter eine rote Ampel missachtet und dadurch eine schwangere Frau angefahren habe, die dabei verletzt worden sei. Die Tochter, so die Lügen-Geschichte weiter, sei nun festgenommen worden. Gegen eine Kaution könne sie allerdings wieder freigelassen werden. Ein Abholer, der das geforderte Bargeld an der Haustüre des 65-Jährige abholen sollte, sei für den Nachmittag angekündigt worden.
"Die Geschichte wurde den Betrügern allerdings zum Verhängnis", heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberbayern-Nord. Weil der angerufene Dachauer gar keine Tochter habe, sei ihm rasch klar geworden, dass es sich um Kriminelle handele. Deshalb habe der 65-Jährige umgehend die Polizei verständigt. Dadurch habe der mutmaßliche Abholer der Beute, ein 39 Jahre alter tschechischer Staatsangehöriger, an der Wohnanschrift des Dachauers festgenommen werden können. Seit heute nun sitzt der Mann als Beschuldigter hinter Gittern.
Präventions-Hinweise der Polizei:
- "Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
- Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizei-Notruf-Nummer 110 an! Das machen nur Betrüger.
- Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
- Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
- Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
- Ziehen Sie eine Vertrauens-Person hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
- Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
- Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!"





