Logo
Anzeige
Anzeige

Patricia Popp und Bernhard Roider zählen zu den Aushänge-Schildern des Vereins. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählen sie von ihrer Passion.

(ty) Triathlon gilt als Krone des Extrem-Sports. Denn mit Schwimmen, Radfahren und Laufen sind gleich drei Disziplinen hintereinander zu bewältigen, was oftmals viele Stunden dauernde Wettkämpfe unter hohen Belastungen bedeutet. Auch beim MTV Pfaffenhofen haben sich etliche Akteure diesem legendären Ausdauer-Dreikampf verschrieben. Zwei von ihnen, die in der laufenden Saison bereits mit Spitzen-Leistungen, auch im Duathlon – einer Variante mit Laufen, Radfahren und nochmals Laufen –, auf sich aufmerksam machen konnten, sind die 45-jährige Patricia Popp und ihr ein Jahr jüngerer Vereins-Kollege Bernhard Roider. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählen beide, warum gerade diese Sportart sie so reizt, wie sie es schaffen, ihr riesiges Trainings-Pensum in ihren Alltag zu integrieren und welche Ziele sie sich für heuer gesteckt haben.

Mathias Eichhorn, selbst ein aktiver Triathlet und seit 2018 der Kopf der Leichtathletik-Unterabteilung des MTV Pfaffenhofen, freut sich, dass Popp und Roider mit guten Ergebnissen in der noch jungen Saison nahtlos an ihre Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen konnten. Aber auch die Leistungen von Christoph Pertold hebt er lobend hervor. Ihm sei es Ende April in Krailling (Kreis Starnberg) gelungen, sich bei seinem zweiten Duathlon überhaupt gleich den Titel des bayerischen Vize-Meisters in seiner Alters-Klasse zu sichern, berichtet Eichhorn.

Während Pertold sich verstärkt auf die anstehenden Lauf-Wettbewerbe konzentriert, habe Patricia Popp ein großes internationales Ziel: Bei der Triathlon-Europameisterschaft im spanischen Tarragona will sie im Juli auf der Mitteldistanz starten. "Ein Platz unter den Top-10 wäre super", umreißt Popp gegenüber unserer Redaktion ihr Ziel bei der EM. Doch erst mal laute ihre Devise: "Gesund durchkommen." Denn das Terrain rund um den Austragungsort in Spanien sei bergig und zudem müsse man dort im Juli mit hohen Temperaturen rechnen.

Was der in Scheyern wohnenden 45-Jährigen Flügel verleihen dürfte, ist, dass ihre Familie dabei sein wird, also ihr Mann und ihre drei Kinder. Die Teilnahme an der EM hat sich Popp über einen langen Zeitraum hart erarbeitet. Entscheidend für die Qualifikation sind die Ergebnisse der vergangenen 24 Monate. Und da hat sie immer wieder mit Top-Platzierungen aufwarten können. Im vergangenen Jahr belegte sie beispielsweise bei den bayerischen Duathlon-Meisterschaften in Krailling auf der Kurzdistanz in ihrer Alters-Klasse den ersten Rang. Und sie holte sich einen Sieg bei einem Triathlon-Sprint in Regensburg.

Dieses Jahr gewann Popp unter anderem einen Triathlon über die olympische Distanz – also 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen – in Deggendorf. Starke Leistungen zeigte sie bereits im April auch über die Mitteldistanz beim "Powerman" in Alsdorf, der zugleich als Europa- und deutsche Meisterschaft gewertet wurde. Mit einem starken fünften Platz in ihrer Alters-Klasse bestätigte sie ihre gute Form auf internationalem Niveau. Zwei Wochen später holte sie sich bereits zum dritten Male in Folge auf der Kurzdistanz den bayerischen Meistertitel in ihrer Alters-Klasse beim Duathlon in Krailling.

Hinter diesen Leistungen steckt immense Trainings-Arbeit. Etwa zehn bis 15 Stunden bringe sie pro Woche für ihren Sport auf, berichtet die 45-Jährige, die nicht nur dreifache Mutter ist, sondern auch als selbstständige Unternehmens-Beraterin tätig ist und zudem einen festen Job bei der Technischen Universität in München (TUM) hat. Das alles unter einen Hut zu bringen, gelingt ihr nach eigenen Angaben aber nur, weil sie sehr gut organisiert sei.

Motivations-Probleme habe sie nie, sagt Popp: "Mich muss man im Training eher bremsen." Schon als Kind habe sie, wie sie erzählt, immer Sport gemacht. Nach einer etwa zehn Jahre dauernden Phase ganz ohne Sport habe sie während der Corona-Pandemie erst mit Laufen und Rennrad-Fahren angefangen und habe dann auch das Schwimmen für sich entdeckt. Und irgendwann habe sie beschlossen, sich als Triathletin auf die olympische Strecke zu wagen. Gestartet sei sie damals allerdings unter falschem Namen, verrät sie. "Weil mit das Selbstbewusstsein gefehlt hat."

Das hat sich aber bald geändert, spätestens 2022, als sie bei einem Triathlon-Sprint in Ingolstadt mit einem Sieg in ihrer Alters-Klasse auf sich aufmerksam gemacht hatte. Heute kann sie sich ein Leben ohne Triathlon gar nicht mehr vorstellen. Und warum gerade Triathlon? "Der Wechsel der Disziplinen, der Stress – das fasziniert mich einfach", sagt sie. Dankbar ist sie dafür, dass ihr weite Wege zum Training erspart bleiben. "Ich habe hier vor Ort super Trainings-Bedingungen habe", betont sie.

Aufgrund ihrer beruflichen und familiären Situation könne sie zwar nicht viel mit anderen trainieren, doch sei ihr wichtig, dass sie bei einzelnen Einheiten von anderen Athleten Unterstützung erfahre und auf diese Weise Trainings-Reize setzen könne. "Ich bin meinem gesamten Umfeld, von der Radl-Werkstatt in Petershausen über die Pacemaker und Trainern bis zu jedem Edelfan, dankbar", betont sie.

Nicht minder Feuer und Flamme für den Triathlon-Sport ist ihr Vereins-Kollege Bernhard Roider. Als wir ihn am Telefon erwischen, kommt er gerade vom Schwimm-Training. 3000 Meter ist der 44-Jährige nach der Arbeit – er ist als Produktions-Leiter bei einem Großsägewerk beschäftigt – gekrault. Ausdauer-Sport habe er schon immer gerne gemacht, erzählt der studierte Holztechniker. Angefangen habe er als Läufer, später sei er beim Radsport-Verein in Schrobenhausen mitgefahren, und erst im Alter von 30 Jahren habe er Kraulen gelernt. Dass er 2016 bei seinem ersten Triathlon in Ingolstadt auf dem Rennrad einen 40er-Schnitt hinlegte, habe ihn wahnsinnig motiviert, auf dieser Schiene weiterzumachen.

"Das Training macht mir riesigen Spaß", so der Extremsportler, der, was seinen Wohnort betrifft, zwischen Schrobenhausen und dem Gachenbacher Ortsteil Weilach pendelt. Das Reizvolle an seinem Sport sei für ihn "das Challengen gegen sich selbst". Das gebe ihm einen besonderen Kick. Außerdem liebt es Roider, seine Nase in den Wind zu halten. Beim Training in der Natur könne er vollkommen abschalten und alles um sich herum schnell vergessen. Drei Stunden einfach mal nicht erreichbar zu sein und sich ganz auf seinen Körper und seinen Sport konzentrieren zu können, das erfülle ihn.

Schritt für Schritt hat sich Roider auch an die längeren Distanzen herangewagt. Mit Erfolg. Bei seiner Ironman-Premiere bei der "Datev-Challenge" in Roth im Jahr 2024 landete er mit einer starken Endzeit von 9:15 Stunden auf dem 160. Platz. Bei der "Mainova Ironman European Championship" in Frankfurt im Jahr darauf lief er bei brutal hohen Temperaturen nach 9:45 Stunden über die Ziellinie.

Als schönen Erfolg in diesem Jahr hat Roider mit 1:20,49 Stunden bereits einen hervorragenden 25. Platz beim Halbmarathon in Ingolstadt zu Buche stehen. Seine Saison-Planung ist noch nicht ganz fix. Auf jeden Fall möchte der 44-Jährige im Juni beim Triathlon in Ingolstadt auf der Mitteldistanz an den Start gehen. Fest eingeplant ist Anfang Juli wieder der bekannte Ironman in Roth. Und vielleicht werde er im Herbst an den bayerischen Meisterschaften im Marathon teilnehmen, sagt Roider. Dann mit dem Ziel, die Strecke erstmals unter 2:45 Stunden zu schaffen.


Anzeige
RSS feed