Das Kind war mit einem getunten E-Scooter unterwegs, flüchtete mit bis zu 70 km/h vor Streifenbeamten. Der Mutter blüht eine Strafanzeige.
(ty) Ein elf Jahre alter Bub, der mit einem erheblich getunten E-Scooter unterwegs gewesen ist, hat am gestrigen Nachmittag die Gesetzeshüter auf Trab gehalten und sich sozusagen eine Verfolgungsjagd mit ihnen geliefert. Wie heute gemeldet wurde, sollte das Kind eigentlich bereits im Bereich der Geisenfelder Straße in Vohburg-Irsching einer Verkehrs-Kontrolle unterzogen werden. Darauf hatte der Junge den Angaben zufolge aber "augenscheinlich keine Lust". Mit einer Geschwindigkeit von zeitweise 65 bis 70 Kilometer pro Stunde sei er vor den Streifenbeamten in Richtung Ernsgaden getürmt.
Während seiner Flucht habe der Bub sämtliche Anhalte-Signale missachtet, heißt es weiter. In Ernsgaden sei der E-Scooter-Fahrer schließlich gestoppt worden. Es habe sich dann herausgestellt, dass es sich um einen elf Jahre alten rumänischen Jungen handele, der im nördlichen Landkreis Pfaffenhofen wohne. "Die Mutter wurde zur Einsatzörtlichkeit hinzugezogen", erklärt die Polizei. An dem E-Scooter, der höchstens ein Tempo von 20 km/h erreichen dürfe, seien "augenscheinlich technische Veränderungen durchgeführt" worden, wodurch die erreichbare Höchstgeschwindigkeit massiv gesteigert worden sei.
Das Elektro-Gefährt sei zum Nachweis der Veränderungen sichergestellt worden. Die Mutter des Buben erwarte als Halterin des E-Scooters nun eine Strafanzeige, da zum Führen eines Fahrzeugs, das solche Geschwindigkeiten erreiche, eine Fahrerlaubnis erforderlich wäre – die das Kind freilich nicht vorweisen kann. Ungeachtet dessen ist E-Scooter-Fahren erst ab einem Alter von 14 Jahren erlaubt. Der Bub selbst hat zumindest strafrechtlich keine Konsequenzen zu befürchten; er ist altersbedingt nicht strafmündig. Nach den polizeilichen Maßnahmen sei das Kind in die Obhut seiner Mutter gegeben worden.





