Die Seniorin fiel auf eine Lügen-Geschichte um einen vermeintlich von ihrer Enkelin verursachten Unfall herein. Polizei warnt vor neuer Vorgehensweise der Betrüger.
(ty) Nach wie vor treiben Kriminelle in der gesamten Region mit so genannten Schock-Anrufen ihr Unwesen, um arglose Menschen um Bargeld und Wertsachen zu bringen – und trotz aller Warnungen haben sie immer wieder Erfolg und kassieren mitunter kräftig ab. Wie das Polizeipräsidium von Niederbayern am heutigen Montag bekannt gegeben hat, ist am vergangenen Freitag eine 77 Jahre alte Frau aus Neustadt an der Donau auf eine Lügen-Geschichte von Betrügern hereingefallen, die schließlich rund 4000 Euro von ihr erbeuteten. Die Gesetzeshüter warnen einmal mehr vor dem Vorgehen der Kriminellen.
Laut Polizei hatte die 77-Jährige am frühen Nachmittag einen Anruf in russischer Sprache erhalten. Die unbekannte Frau am anderen Ende der Leitung habe sich als Mitarbeiterin einer Klinik ausgegeben und der Rentnerin vorgegaukelt, dass deren Enkelin einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine Frau schwer verletzt worden sei. Für die Operation der Verunglückten, so das Lügen-Märchen weiter, würden jetzt 15 000 Euro benötigt.
Kurz darauf sein ein bislang nicht identifizierter Abholer bei der 77-Jährigen erschienen. Die Seniorin habe diesem Mann knapp 4000 Euro übergeben. Der Beute-Abholer werde folgendermaßen beschrieben: zirka 30 Jahre alt; etwa 180 Zentimeter groß; hellbraune, kurze Haare; sprach fließend Russisch; bekleidet vermutlich unter anderem mit einem karierten Hemd.
Hinweise über verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Bad Gögginger Straße beziehungsweise Donaustraße beziehungsweise zu dem unbekannten Abholer des Geldes nimmt jede Polizei-Dienststelle entgegen.
Laut aktueller Mitteilung häufen sich derzeit in ganz Niederbayern solche Fälle von Telefon-Betrug mit einer neuen Vorgehensweise. "Die Täter kontaktieren dabei gezielt russischsprachige Personen und führen die Gespräche bewusst in deren Muttersprache." Durch die Kommunikation in der jeweiligen Muttersprache gelinge es den Tätern oftmals leichter, Vertrauen aufzubauen und die Angerufenen emotional unter Druck zu setzen.





