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"Bietet zusätzliche Unterstützung, wenn beispielsweise die Anfahrt eines Notarztes aufgrund von Entfernungen oder anderen Einsätzen verzögert ist oder nur eine kurze ärztliche Rücksprache erforderlich ist."

(ty) Bei der diesjährigen Rettungsdienst-Versammlung des BRK-Kreisverbands von Pfaffenhofen haben im Mittelpunkt gestanden die Bilanz des vergangenen Jahres, aktuelle Entwicklungen sowie ein Ausblick auf die Zukunft des Rettungsdienstes im Landkreis. Zu der gut besuchten Veranstaltung begrüßte Fabian Heierhoff, der Leiter des BRK-Rettungsdienstes im Kreis Pfaffenhofen, neben zahlreichen Mitarbeitern auch Vertreter von anderen Hilfs-Organisationen sowie Landrat Albert Gürtner (FW) und Altlandrat Rudi Engelhard (CSU). Im vierten Quartal stehe heuer dem Rettungsdienst in der gesamten Region die wohl einschneidendste Veränderung der vergangenen Jahrzehnte bevor, heißt es aus dem Roten Kreuz: die Einführung des so genannten Tele-Notarztes.

Die Zahlen für das vergangene Jahr unterstreichen laut BRK erneut die hohe Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte. Insgesamt rückte der Rettungsdienst des hiesigen BRK-Kreisverbandes den Angaben zufolge an seinen fünf Standorten zu 15 502 Einsätzen aus und legte dabei 629 953 Kilometer zurück. Der Rettungsdienst-Einsatzleiter, der größere Einsatzlagen koordiniere, sei 206 Mal alarmiert worden.

Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende leisteten laut BRK gemeinsam rund 110 000 Personalstunden. Die Abteilung zähle inzwischen 180 hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende, darunter 16 Auszubildende. Besonders erfreulich seien eine wieder volle Stellenbesetzung und gleichzeitig schwindende Überstunden, die noch aus der Pandemie stammten. 

"Hinter jeder einzelnen Zahl stehen Menschen, die rund um die Uhr Verantwortung übernehmen und mit größtem Engagement für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis sorgen. Dafür möchte ich mich bei unserem gesamten Team herzlich bedanken", so Heierhoff. Sein Dank galt ebenso den Ehrenamtlichen sowie allen Partner-Organisationen der Blaulicht-Familie, deren enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Arbeit des Rettungsdienstes bilde.

Michael Fochler, der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, berichtet über wesentliche Neuerungen innerhalb der Organisation – beispielsweise über die fortgeschrittenen Sanierungs-Arbeiten am "Haus der Senioren" in Wolnzach und über die bundesweit zunehmend anspruchsvolle Finanzierung sozialer Dienstleistungen. Landrat Gürtner richtete in einem Grußwort seinen Dank an die Einsatzkräfte. Er unterstrich die hohe Bedeutung eines zuverlässigen Rettungsdienstes für die Bevölkerung und sprach allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden seine Anerkennung für deren Einsatzbereitschaft und Verlässlichkeit aus.

Anschließend gab Heierhoff einen Einblick in die heuer noch anstehenden Projekte. Im August werden demnach alle Fahrzeuge des Rettungsdienstes mit neuen Navigations-Geräten ausgestattet. Die Integrierte Leitstelle (ILS) übertrage die Einsatz-Daten direkt auf die neuen Endgeräte, die Navigation erkenne sogar Blaulicht-Fahrten und optimiere dabei die Anfahrtswege.

Einführung des Tele-Notarztes 

Im vierten Quartal stehe dem Rettungsdienst in der Region die wohl einschneidendste Veränderung der vergangenen Jahrzehnte bevor: die Einführung des Tele-Notarztes. "Bislang rücken im Einsatzfall entweder der Rettungswagen allein oder, bei gravierenderen Szenarien, zusätzlich ein Notarzt mit einem Notarzt-Einsatz-Fahrzeug aus", wird dazu erklärt. "Auch wenn die Besetzungs-Quoten des Notarzt-Dienstes im Landkreis Pfaffenhofen akzeptabel sind, ist das längst nicht überall in Bayern der Fall, weshalb die Ressource des physischen Notarztes dringend geschont werden muss." 

Der Tele-Notarzt ergänze das bestehende, "bodengebundene" Notarzt-System durch telemedizinische Unterstützung und stehe den Rettungskräften vor Ort als hochqualifizierte, digital sofort zuschaltbare Ressource zur Verfügung – vergleichbar mit einem Video-Anruf. Tele-Notärzte seien Notfall-Mediziner mit einer speziellen Zusatz-Ausbildung und in einer eigens errichteten Tele-Notarzt-Leitstelle untergebracht. Für den Landkreis Pfaffenhofen sitzte die zuständige Leitstelle in Straubing-Bogen. Ziel sei es, "notärztliches Fachwissen schneller und flexibler bereitzustellen, das notarztfreie Intervall zu verkürzen und die physische Ressource Notarzt optimaler einzusetzen".

Möglich mache dies das Berufsbild des Notfall-Sanitäters beziehungsweise der Notfall-Sanitäterin, das es seit rund zehn Jahren gebe. Notfall-Sanitäter durchlaufen laut BRK eine umfangreiche Berufs-Ausbildung und dürfen mittlerweile sogar eigenständig immer mehr ärztliche Maßnahmen ergreifen, die früher ausschließlich Notärzten vorbehalten waren. Dies ermögliche heute die Einführung des Tele-Notarztes, der die Notfall-Sanitäter ärztlich berate und bei der Patienten-Versorgung lediglich anleiten werde.

Ab Ende August werden laut Mitteilung des BRK-Kreisverbands alle Rettungswagen im Landkreis Pfaffenhofen mit einer Bordkamera, ausklappbaren Bildschirmen und Mikrofonen sowie einem 5G-Mobilfunk-WLAN-Router ausgebaut. Ab September fänden interne Schulungen für die Mitarbeitenden statt; in Betrieb gehe das neue System geplant Anfang Dezember. "Für Bürgerinnen und Bürger ist es wichtig, zu betonen, dass der Tele-Notarzt kein Ersatz für die physische Anwesenheit eines Notarztes ist", erklärt der BRK-Kreisverband. "Der Telenotarzt bietet zusätzliche Unterstützung, wenn beispielsweise die Anfahrt eines Notarztes aufgrund von Entfernungen oder anderen Einsätzen verzögert ist oder nur eine kurze ärztliche Rücksprache erforderlich ist."

Ziel sei es, schneller ärztliche Expertise verfügbar zu machen, aber stets individuell abzuwägen, ob ein Notarzt direkt vor Ort benötigt werde. "Der Einführung des Tele-Notarztes ist in meinen Augen ein wichtiger und richtiger Schritt in der Professionalisierung des Rettungsdienstes, auch wenn dies einen enormen Schulungs-Aufwand mit sich bringt und die Einsatz-Bearbeitung maßgeblich verändern wird", sagt Heierhoff. "Dennoch bin ich überzeugt, dass sich der Aufwand mit zunehmender Routine auszahlen wird."


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