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Während seiner Zeit als oberster Hüter der Finanzen ist auch abseits des Alltags-Geschäfts viel passiert – unter anderem eine Geiselnahme in der Jugend-Behörde.

(ty) Nach insgesamt 30-jähriger Tätigkeit am Landratsamt in Pfaffenhofen hat sich Walter Reisinger in den Ruhestand verabschiedet. "In diesen drei Jahrzehnten ist viel passiert – im Landkreis, im Landratsamt und auch in seinem eigenen Verantwortungs-Bereich", heißt es aus der Behörde. Als Kreis-Kämmerer und Leiter der Abteilung 1 (Zentrale Angelegenheiten) habe Reisinger die Entwicklung des Landkreises und des Landratsamts "maßgeblich mitgeprägt". Landrat Albert Gürtner (FW) lobt: "Walter Reisinger hat die Kreis-Finanzen über viele Jahre mit großer Umsicht begleitet. Die Fußstapfen, die er hinterlässt, sind daher sehr groß."

Seine Laufbahn am Landratsamt von Pfaffenhofen hatte Reisinger im Januar 1992 als Leiter der Kreis-Finanzverwaltung begonnen. Ende 1998 wechselte er für vier Jahre als Kämmerer zur Stadt Pfaffenhofen, bevor er Anfang 2003 wieder zum Landratsamt zurückkehrte und erneut die Leitung der Kreis-Finanzverwaltung übernahm. Seit 2013 war er, als Nachfolger von Heinz Grusdat, Kreis-Kämmerer und zugleich Leiter der Abteilung 1. Damit war er nicht nur für die Landkreis-Finanzen verantwortlich. Zur Abteilung 1 gehören nämlich außerdem der Hoch- und Tiefbau, das Personal, die Volkshochschule (VHS) und die Kultur sowie die Bereiche EDV und Digitalisierung. Entsprechend vielfältig waren die Themen, mit denen Reisinger in den vergangenen Jahren zu tun hatte.

"Die Jahre, vor allem die letzten, sind unglaublich schnell vergangen. Das lag auch an den zahlreichen außergewöhnlichen Aufgaben und Ereignissen neben dem Alltags-Geschäft", sagt Reisinger. Dazu gehörten laut Behörden-Angaben unter anderem die erste große Asyl-Krise 2015/16 mit der Unterbringung von Geflüchteten auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn in Pfaffenhofen, eine Geiselnahme im Jugendamt im November 2017, "die für alle Beteiligten eine einschneidende und außergewöhnliche Situation darstellte", die Generalsanierung und der Umbau des Landratsamts mit dem Abschluss im Jahr 2018 sowie die Herausforderungen der Corona-Pandemie mit dem Aufbau und Betrieb von Test- und Impf-Zentren ab 2020.

Hinzu gekommen seien die Folgen des Ukraine-Kriegs mit den damit verbundenen Flüchtlings-Strömen und die Hochwasser-Katastrophe im Jahre 2024 sowie – über die Jahre verteilt – die Generalsanierung der weiterführenden Schulen im Landkreis. Reisinger sah sich, den Landkreis und die Kreis-Behörde mit unterschiedlichen Zeiten und Herausforderungen konfrontiert. "Es gab dazu immer wieder neue Sichtweisen und neue Diskussions-Themen", ergänzt er. "Was sie alle miteinander verband: Fast immer ging es irgendwann auch um die Frage des Geldes – und damit um die Frage, was finanziell möglich und verantwortbar ist." 

Als Landkreis-Kämmerer war er über viele Jahre der oberste Hüter der Kreisfinanzen. "Eine Aufgabe, die nicht immer einfach war und bei der es manchmal auch Mut brauchte, den Finger zu heben und auf Grenzen hinzuweisen", heißt es aus seiner Behörde. Landrat Albert Gürtner brachte es bei der Verabschiedung von Reisinger mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: "Der wichtigste Körperteil eines Kämmerers ist der hochgehaltene Zeigefinger." Dass dieser Zeigefinger seinen festen Platz gehabt habe, habe der Landrat stets zu schätzen gewusst. 

Gürtner dankte Reisinger dafür, dass dieser die Finanzen des Landkreises über so viele Jahre hinweg stets im Blick behalten sowie mit großer Verantwortung begleitet hat, dass die Haushalts-Planung stets transparent gewesen sei und immer ein offener Austausch mit den Gemeinden erfolgt sei. Reisinger selbst blickt mit gemischten Gefühlen auf den Abschied: "Einerseits freue ich mich auf die neu gewonnene Zeit und darauf, meine Hobbys intensiver genießen zu können", sagt er. "Andererseits fällt der Abschied nach so vielen Jahren natürlich nicht leicht." Gürtner wünscht ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und vor allem "die nötige Gelassenheit, um den Ruhestand zu genießen".


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