16 Abende im Ammer: Für die Vollblutmusiker, die seit zehn Jahren gemeinsam auftreten, ist die Zusage aus München auch eine Bestätigung ihres bisherigen Weges.
(ty) Der Name ist Programm: Partyvermittlung. Wo die fünfköpfige Band aus dem Landkreis Pfaffenhofen auf der Bühne steht, geht es um gute Laune, musikalische Vielfalt und vor allem darum, das Publikum für ein paar Stunden aus dem Alltag zu entführen. Ob Volksfest, Faschings-Event, Firmen-Feier oder Hochzeit – die Musiker haben in den vergangenen Jahren bei unzähligen Auftritten in Ober- und Niederbayern bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Jetzt wartet auf die Gruppe eine besondere Premiere: Erstmals führt der Weg von der Holledau auf die Münchner Theresienwiese. Die "Partyvermittlung" wird heuer beim Oktoberfest im Ammer für Stimmung sorgen.
Für die Musiker ist das nicht einfach nur ein weiteres Engagement, sondern ein echter Meilenstein in ihrer mittlerweile fast zehnjährigen Band-Geschichte. "Wir freuen uns riesig, auf der Wiesn dabei sein zu dürfen", sagt Frontfrau und Sängerin Sarah Reitberger im Gespräch mit unserer Zeitung.
Die Geschichte der Band begann seinerzeit in einem kleinen Proberaum in der Holledau. Vier Musiker, ein gemeinsames Faible für Live-Musik und jede Menge Lust darauf, zusammen Musik zu machen – eigentlich waren die Voraussetzungen perfekt. Eigentlich. Denn schon nach den ersten Proben wurde den Musikern klar: etwas fehlte. Genauer gesagt: jemand.

Eine weibliche Stimme sollte den Sound abrunden. Also machten sich die Musiker auf die Suche nach einer Sängerin. Was zunächst als Casting begann, entwickelte sich schnell zu einer musikalischen Partner-Vermittlung. Und weil gute Ideen manchmal ganz nebenbei entstehen, war damit auch der passende Band-Name gefunden: Partyvermittlung. Oder kurz: "PA♥VE". Seitdem sind eben beinahe zehn Jahre vergangen.
Aus den ersten Schritten im Übungsraum in der Hallertau wurde eine etablierte Party-Band mit einem breit gefächerten Repertoire. Pop, Soul und Rock zählen ebenso dazu wie aktuelle Hits und Klassiker, die Generationen verbinden. Zur Band gehören Sarah Reitberger (Gesang und Organisation), Tobias Schaffer (E-Bass, Gesang, Technik, Sound und Equipment), Daniel Reisner (Schlagzeug, Gesang und musikalische Leitung), Stephan Ebner (E-Gitarre und Gesang), Georg Gaßner (Keyboards, Akkordeon und Gesang) sowie Martin Ruland (Keyboards und Akkordeon).
Dass die Musik bei den Ensemble-Mitgliedern nicht erst seit gestern eine wichtige Rolle spielt, zeigen auch ihre unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen und Erfolge. Sarah Reitberger nahm bereits an einem Gesangs-Wettbewerb teil. Tobias Schaffer war fast zwei Jahrzehnte als Techniker bei großen Veranstaltungen im Olympiapark tätig.
Daniel Reisner erhielt im Jahr 2017 den Kultur-Förderpreis der Stadt Pfaffenhofen an der Ilm und war bereits Preisträger beim Landes-Wettbewerb von "Jugend musiziert". Georg Gaßner, Stephan Ebner und Martin Ruland sind ebenfalls seit vielen Jahren in unterschiedlichen Besetzungen musikalisch aktiv. Allesamt also Vollblutmusiker, auch wenn sie ihrer Musik nur nebenberuflich nachgehen.

Dass die Münchner Wiesn irgendwann auf der Wunschliste stehen würde, war für die Musiker schon bei der Band-Gründung im Jahr 2017 klar. Nun wird aus dem Traum Realität. Für Daniel Reisner ist das Oktoberfest indes kein Neuland. Er bringt bereits reichlich Wiesn-Erfahrung mit: Seit 2013 steht er dort schon auf der Bühne. Für die "Partyvermittlung" als komplette Formation ist der Auftritt auf der Wiesn dennoch etwas Besonderes.
Wie es zu dem Engagement für das Oktoberfest gekommen ist? "An Silvester haben wir uns offiziell beworben und innerhalb kürzester Zeit eine Zusage erhalten", berichtet Reitberger. Mit den Verantwortlichen von Ammer, der ältesten Hendl-Braterei der Welt, die seit 1885 auf dem Oktoberfest vertreten ist, sei man sich schnell einig geworden. 465 Leute finden Platz im Zelt des Traditions-Betriebs, dazu kommt noch ein Biergarten im Außen-Bereich mit 442 Sitzplätzen.
Auftreten wird "Partyvermittlung" dort von Samstag, 19. September, bis Sonntag, 4. Oktober, jeweils von 19 Uhr bis 23 Uhr. Was die Gestaltung der 16 Wiesn-Abende angeht, sei man innerhalb des abgestimmten Rahmens frei, berichtet Sarah Reitberger. Nur die Spielzeiten und die Pausen seien fix. Um das über mehr als zwei Wochen gehende Mammut-Programm bewältigen zu können, habe sich der Großteil der Formation extra Urlaub genommen.
Für die Musiker ist die Zusage aus München auch eine Bestätigung ihres bisherigen Weges. Sie wollen ihr Publikum unabhängig vom Alter erreichen – mit zeitlosen Klassikern aus Pop, Soul und Rock ebenso wie mit aktuellen Hits. Und wenn der Name der Band tatsächlich Programm ist, dürfte das Ziel für die "Partyvermittlung" schnell feststehen: gute Musik, ausgelassene Stimmung und möglichst viele glückliche Gäste.





