Besichtigung auf eigene Faust möglich, Gratis-Entdecker-Bogen für Familien, Speckstein-Schnitzen, kostenlose Führungen zu heimischen Heilpflanzen.
(ty) Für die Gäste der imposanten Burg Prunn bei Riedenburg im Altmühltal hat die bayerische Schlösser-Verwaltung an diesem Sonntag, 20. September, wieder ein besonderes Angebot. Unter dem Titel "Offene Burg für ganz Geschickte" erhalten Besucherinnen und Besucher dabei unter anderem die Möglichkeit, das Denkmal zwischen 9 Uhr und 18 Uhr auf eigene Faust zu erkunden – ansonsten können die Gemäuer nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Für Familien gebe es zudem wieder einen kostenloser Entdecker-Bogen, mit dem ins mittelalterliche Leben eingetaucht werden könne. Doch das ist noch nicht alles, was auf dem Programm steht.
Der Ankündigung zufolge schlagen die Kunsthandwerker Silke Weihrauch und Bernhard Nußhardt anlässlich des Aktionstages auf der bekannten Burg ihr Zelt auf und laden zum Speckstein-Schnitzen ein. Das Werkzeug werde gestellt, pro Steckstein sei ein Materialgeld von einem Euro zu entrichten. Um 11 Uhr und um 14 Uhr gehe es außerdem bei kostenlosen Experten-Führungen mit Daniel Kesic um die volksheilkundlichen Anwendungs-Gebiete von heimischen Wildpflanzen sowie um das vorchristliche beziehungsweise mittelalterliche Weltbild in Bezug auf hiesige Heilpflanzen – kostenlose Teilnehmer-Karten dazu seien vorab an der Kasse erhältlich.

Die Zahl der Teilnehmer sei bei den beiden Gratis-Führungen beschränkt, erklärt die bayerische Schlösser-Verwaltung. Die Führungen finden den Angaben zufolge bei jedem Wetter statt – außer bei Sturm-Warnung oder extrem Witterungs-Verhältnissen. Die Führungen seien nicht barrierefrei. Die Teilnahme erfolge auf eigenes Risiko; festes Schuhwerk und Trittsicherheit seien erforderlich. Erwachsene benötigen der Ankündigung zufolge an diesem Sonntag eine Eintrittskarte für die Burg; für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren ist der Eintritt frei. Es handele sich um ein offenes Angebot, für das keine Anmeldung notwendig sei. Letzter Einlass sei um 17 Uhr.
Der beeindruckende historische Komplex, der stolz über dem Altmühltal thront, gilt als Idealbild einer Ritterburg und als eine der am besten erhaltenen Ritterburgen in Deutschland. Die Herren von Prunn waren erstmals anno 1037 urkundlich erwähnt worden. "Vom 11. bis zum 16. Jahrhundert herrschten hier die mächtigen Adelsfamilien der Laaber und Fraunberger", erklärt die bayerische Schlösser-Verwaltung. Der Burgbau selbst, mit dem wuchtigen Bergfried, reiche in die mittelalterliche Blütezeit der Kelheimer Region um 1200 zurück. Unter der Herrschaft der Fraunberger erlebte die Anlage später, ab dem 14. Jahrhundert, seine zweite Ausbau-Phase. Aus dem Spätmittelalter stammen auch die erhaltenen Wandmalereien im ehemaligen Herrschafts-Zimmer.

Interessant ist auch: Diese Burg ist obendrein bekannt als Fundort des so genannten "Prunner Codex". Dieser überliefert in mittelhochdeutscher Sprache das weltberühmte Nibelungenlied. Ein Ausstellungs-Rundgang verbindet die Geschichte der Burg sowie ihrer Bewohnerinnen und Bewohner mit den unterschiedlichen Facetten des Nibelungenlieds. Dabei erfährt man dann auch viel Spannendes zu den Themenbereichen Jagd, Kleidung, Recht und Turnierwesen sowie über einstige Festlichkeiten. Weitere Informationen findet man auf www.burg-prunn.de. Einen virtuellen Rundgang gibt es unter diesem Link





