Auf der Vollversammlung der deutschen Bischofs-Konferenz wurde er zum Vorsitzenden der neu eingerichteten Kommission "Ökumene und interreligiöser Dialog" gewählt.
(ty/pba) Bischof Bertram Meier, der Oberhirte der Diözese Augsburg, zu der auch Teile des Landkreises Pfaffenhofen gehören, ist auf der Herbst-Vollversammlung der deutschen Bischofs-Konferenz (DBK) in Fulda zum Vorsitzenden der Kommission "Ökumene und interreligiöser Dialog" gewählt worden. Er löst damit den früheren Magdeburger Bischof Gerhard Feige ab, der nach Annahme seines Amtsverzichts durch Papst Leo XIV. nicht mehr zur Wahl stand. Als Mitglied in der Ökumene-Kommission und Vorsitzender der früheren Unter-Kommission interreligiöser Dialog bedeute die neue Leitungs-Aufgabe für den bisherigen Leiter der Kommission "Weltkirche" keine lange Eingewöhnungszeit, heißt es aus dem Bistum Augsburg.
Die Mitglieder der Bischofs-Konferenz wählten an diesem Dienstag alle Vorsitzenden der von 14 auf acht reduzierten bischöflichen Kommissionen für die Arbeits-Periode 2026 bis 2031 neu. Bischof Meier zeigt sich dankbar für das Vertrauen seiner Mitbrüder: "Die Wahl zum Vorsitzenden der neu errichteten Kommission Ökumene und interreligiöser Dialog ist eine große Ehre, bleibt ein wichtiger Auftrag und für mich nicht weniger als eine Herzensangelegenheit", sagt er. "Aufgrund meiner Kommissions- und Gremien-Arbeit in den vergangenen Jahren – auf nationaler und internationaler Ebene – betrete ich mit Übernahme der Leitung dieser Kommission zwar kein Neuland, aber doch ein Terrain, das künftig an Bedeutung im gesellschaftlichen und weltpolitischen Kontext gewinnen wird."
Gerade mit Blick auf den 500. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses ("Confessio Augustana") gelte es, die Gemeinsamkeiten der christlichen Konfessionen und nicht das Trennende wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, betont Meier, während die Vorbereitungen auf das 500. Jubiläum der Übergabe der Bekenntnis-Schrift auf dem Augsburger Reichstag anno 1530 derzeit auf Hochtouren laufen. "Die Erinnerung an diesen Jahrestag kann die historische Perspektive schärfen und ist ein zentraler Meilenstein angesichts der ökumenischen Zukunft, die wir gemeinsam gestalten wollen." Meier wirbt in diesem Zusammenhang erneut darum, Christus als Zentrum und Ziel der Ökumene nicht aus den Augen zu verlieren und die Gemeinschaft miteinander durch eine ökumenische Kultur des Zuhörens zu vertiefen.
"Aber auch das weitgespannte Feld des interreligiösen Dialogs erhält durch die deutschen Bischöfe, auch bedingt durch die aktuelle weltpolitische Lage, ein deutlich höheres Gewicht als bisher", heißt es in einer Presse-Mitteilung der Diözese Augsburg. Dies komme in der neu errichteten Kommission augenscheinlich zum Ausdruck, so der Bischof. "Ich werde auch weiterhin das Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Religionen suchen und die bestehenden guten Kontakte künftig pflegen." In den kommenden Tagen sollen weitere Wahlen zu den stellvertretenden Vorsitzenden, Mitgliedern, Beraterinnen und Beratern der Kommissionen sowie weitere Beauftragungen stattfinden. Die Ergebnisse sollen in der Abschluss-Pressekonferenz der Vollversammlung am 1. Oktober dokumentiert werden.
Bereits im Jahr 2000 wurde Meier nach seiner Ernennung zum Domkapitular unter anderem zum Leiter des Referats für Ökumene und interreligiösen Dialog im bischöflichen Ordinariat ernannt. Von 2002 bis 2011 war er Vorsitzender der "Arbeits-Gemeinschaft christlicher Kirchen" (ACK) Augsburg, 2005 wurde er zum Vertreter der katholischen Bistümer in der ACK für Bayern gewählt und 2012 als Mitglied der von der deutschen Bischofs-Konferenz bestellten Delegation für die ACK für Deutschland bestimmt. 2013 erfolgte seine Wahl zum ersten Vorsitzenden der Arbeits-Gemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern, ehe er ein Jahr später zum Bischofs-Vikar für Ökumene und interreligiösen Dialog ernannt wurde. Nach seiner Ernennung zum Bischof von Augsburg wurde er Mitglied der Ökumene-Kommission der deutschen Bischofs-Konferenz und kurz darauf durch den Ständigen Rat als bischöflicher Delegierter in die ACK für Deutschland entsandt.
Seit der Herbst-Vollversammlung 2020 war Meier der Vorsitzende der Unter-Kommission für interreligiösen Dialog und Mitglied der Ökumene-Kommission. 2021 ernannte ihn Papst Franziskus zum Leiter der Delegation des "Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen" (PCPCU) im internationalen ökumenischen Dialog-Prozess mit der "Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa" (GEKE). Im gleichen Monat wurde Bischof Meier als Delegierter der Bischofs-Konferenz in den gemeinsamen ökumenischen Kontakt-Gesprächskreis der DBK und der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) entsandt. Seit März 2023 ist er Mitglied des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen und seit Juli vergangenen Jahres Mitglied des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog.
Die Kommission für Ökumene und interreligiösen Dialog befasst sich mit den Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den anderen christlichen Kirchen in Deutschland sowie mit ökumenisch-theologischen Grundfragen wie dem Kirchen- und Amtsverständnis oder ökumenischen Zielvorstellungen. Ihr Anliegen ist eine Stärkung der Ökumene auf dem Weg zur vollen sichtbaren Einheit der Kirche. Hinzu kommt nun der Auftrag, die Beziehungen zu Vertretern anderer Religionen zu pflegen, konkret setzt sie sich etwa für die Verbesserung der Rahmenbedingungen und Kontaktpflege im christlich-jüdischen sowie im christlich-islamischen Dialog ein.





