Ergebnisse der jüngsten Konjunktur-Umfrage liegen vor. Eine Erkenntnis: "Die Region kämpft mit einer tiefgreifenden Wachstums-Schwäche."
(ty) Die Stimmung bei den Unternehmen in der Region 10 – also in den Landkreisen Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt sowie in der Stadt Ingolstadt – "hat sich nach dem Rückschlag vom Frühjahr nur wenig stabilisiert". Das teilte die IHK für München und Oberbayern heute mit. Der regionale IHK-Konjunktur-Index legt den Angaben zufolge um fünf Zähler auf 96 Punkte zu, bleibt damit aber weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 115 Punkten. "Die Geschäfte laufen kaum besser; die Aussichten auf die kommenden Monate bleiben pessimistisch", fasst die IHK zusammen und berichtet von "großer Zurückhaltung bei Investitions- und Beschäftigungs-Plänen".
Zu ihrer aktuellen Lage befragt, bezeichneten bei der im September durchgeführten IHK-Umfrage laut heutiger Meldung 29 Prozent der Betriebe in der Region 10 ihre Geschäfte als gut und 24 Prozent als schlecht. Das sei ein ähnliches Bild wie bei der Frühjahrs-Umfrage. Immerhin zeichne sich eine leichte Stabilisierung im Vergleich zum Herbst vergangenen Jahres ab, so die IHK weiter. "Hintergrund dürften die hohen schulden-finanzierten Staatsausgaben sein, die die Inlands-Nachfrage im Jahresverlauf gestützt haben."
Die Geschäfts-Erwartungen bleiben nach IHK-Erkenntnissen pessimistisch, "auch wenn die Unternehmen den Schock vom Frühjahr zunehmend hinter sich lassen". Mit Blick auf die kommenden Monate rechnen der Umfrage zufolge nur 17 Prozent der Firmen mit einer Belebung ihrer Geschäfte, 29 Prozent gehen weiterhin von einer Verschlechterung aus. Damit setze sich die seit Herbst 2023 andauernde Phase, in der die pessimistischen die optimistischen Unternehmensstimmen überwiegen, fort. "Die Region kämpft mit einer tiefgreifenden Wachstums-Schwäche", proklamiert die IHK.
Die Risiken, die die Geschäfte der Unternehmen in den kommenden Monaten zu belasten drohen, sind nach IHK-Erkenntnissen breit gestreut: An erster Stelle nennen die Betriebe den Angaben zufolge die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (69 Prozent). "Dieser Wert bewegt sich nah an den Rekordwerten von 71 Prozent der Nennungen zu Jahresbeginn 2025 und 74 Prozent der Nennungen im Frühjahr 2025." Besonders angeprangert werde die Bürokratie.
Die Dramatik bei den Energie- und Rohstoff-Preisen lasse nach dem Schock vom Frühjahr dieses Jahres mit Beginn des Iran-Konflikts leicht nach. Der Wert liege mit 64 Prozent der Nennungen aber immer noch auf einem hohen Niveau und über dem bayerischen Durchschnitt von 60 Prozent. Die Arbeitskosten (61 Prozent) und die Inlands-Nachfrage (58 Prozent) lassen laut IHK etwas in der Anzahl der Nennungen nach, bereiten den heimischen Unternehmen aber weiterhin Sorge.
"Die Kombination aus durchwachsenen Aussichten und hoher Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen für schwache Investitions-Absichten der Unternehmen", berichtet die IHK weiter. "35 Prozent wollen in den kommenden Monaten weniger investieren, 16 Prozent mehr." Am Arbeitsmarkt setze sich – mit etwas weniger Vehemenz – der Stellen-Abbau fort: "32 Prozent der Unternehmen wollen Stellen streichen, 18 Prozent der Befragten rechnen mit mehr Beschäftigung." Die IHK ordnet ein: "Der Beschäftigungs-Abbau ist damit in der Region weiterhin stärker ausgeprägt als in Bayern insgesamt."
"Auch wenn sich die Stimmung in unseren Betrieben ein wenig stabilisiert hat, muss uns die hohe Unzufriedenheit mit den wirtschafts-politischen Rahmenbedingungen sehr zu denken geben", sagt Franz Schabmüller, IHK-Vizepräsident und Sprecher des IHK-Forums für die Region 10. "Ausufernde Bürokratie, eine immer höhere Regulierungs-Dichte zusammen mit mangelnder Planungs-Sicherheit sind zudem nicht die einzigen Wachstums-Hemmnisse."
"Auch die hohen Arbeitskosten und Energiepreise bremsen unsere Unternehmen aus, untergraben ihre Wettbewerbsfähigkeit und lassen sie mit Sorgenfalten in die Zukunft blicken", so Schabmüller weiter. Ein entschlossener Reformkurs der Bundesregierung, der die Unternehmen insbesondere bei Bürokratie, den Lohnnebenkosten und den Energie-Preisen entlaste, sei zwingend erforderlich, betont er und fordert: "Die Politik muss mit Entschlossenheit und klaren Entscheidungen jetzt alles dafür tun, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer wieder Vertrauen in den Standort Deutschland zurückgewinnen." Der IHK-Konjunktur-Bericht für die Region 10 wird drei Mal im Jahr veröffentlicht.





