Sternsinger sind derzeit unterwegs, um Spenden zu sammeln. In Pfaffenhofen besuchten sie auch das Landratsamt und die Stadtverwaltung.
(ty) Traditionell ziehen in den ersten Tagen eines neuen Jahres zahlreiche engagierte Kinder und Jugendliche, zumeist Ministrantinnen und Ministranten, durch ihre Pfarrgemeinden, um Spenden für Not leidende Kinder in der Welt zu sammeln sowie Segenswünsche zu überbringen. Die Sternsinger, verkleidet als "Heilige Drei Könige" und in der Regel begleitet von einem Sternträger, marschieren bei Wind und Wetter von Haus zu Haus, überbringen die besten Wünsche fürs neue Jahr, sagen Sprüche auf oder singen – und beschriften, wenn gewünscht, die Haustüren mit "20 + C + M + B + 26" oder "20 * C + M + B * 26".
Der traditionelle Schriftzug, der mit Kreide an die Türen geschrieben oder neuerdings nicht selten auch per Aufkleber angebracht wird, setzt sich üblicherweise zusammen aus den Zahlen des jeweiligen Jahres sowie den Buchstaben C, M und B. Diese Lettern stehen allerdings nicht für die Namen der Heiligen Drei Könige – Caspar, Melchior und Balthasar –, sondern vielmehr für den Spruch: "Christus mansionem benedicat", zu Deutsch: "Christus segne dieses Haus."

Sternsinger aus den Pfarreien von Pfaffenhofen an der Ilm und Vohburg haben dem Pfaffenhofener Landrat Albert Gürtner (Freie Wähler) im Landratsamt in der Kreisstadt sowie in der Landratsamt-Außenstelle in Vohburg einen Besuch abgestattet. "Die Ministrantinnen und Ministranten alias Kaspar, Melchior und Balthasar überbrachten mit einem Spruch gute Wünsche und bedankten sich bei Landrat Gürtner für die Spende, die Not leidenden Kindern zugute kommt", teilte die Landkreis-Behörde heute in einer kurzen Presse-Information mit.
Sternsinger der Stadtpfarrei "St. Johannes Baptist" aus Pfaffenhofen wurden am heutigen Montag auch bei der hiesigen Stadtverwaltung vorstellig. "Mit ihrem Besuch überbrachten sie Segens- und Glückwünsche für die Beschäftigten der Verwaltung sowie für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt", heißt es aus dem Rathaus. Bürgermeister Thomas Herker (SPD) begrüßte die "Heiligen Drei Könige", den Sternträger, König Herodes, die beiden Hirten und einen Begleiter sowie von Seiten der Stadtpfarrei auch Richard Fischer. Letzterer sitzt für die ÖDP im Stadtrat und geht bei der Kommunalwahl im März als Bürgermeister-Kandidat der Ökodemokraten ins Rennen. Herker strebt indes eine weitere Amtszeit als Stadtoberhaupt an.

Landrat Albert Gürtner mit Diakon Ovidiu Weimann-Chirilov und den Sternsingern der Pfarrei Vohburg vor der dortigen Außenstelle des Landratsamts.
"Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit", so lautet heuer das Motto der mittlerweile 68. Auflage des Dreikönigs-Singens. "Die Aktion bringt den Sternsingerinnen und Sternsingern das Thema Kinderarbeit näher und zeigt, wie wichtig die Kinder-Rechte auf Schutz und Bildung sind", heißt es in einer Presse-Mitteilung des Bistums Augsburg, zu dem auch Teile des Landkreises Pfaffenhofen gehören. "Das Dreikönigs-Singen 2026 ermutigt die Sternsingerinnen und Sternsinger sowie ihre Begleitenden, sich gegen Kinderarbeit einzusetzen und eine gerechtere Welt zu gestalten." Bundesweit offiziell eröffnet worden war die nun laufende Aktion bereits am 30. Dezember in Freiburg.
Seit dem Start der Sternsinger-Aktion im Jahre 1959 kamen laut Angaben der Diözese Augsburg beim Dreikönigs-Singen in Deutschland insgesamt rund 1,31 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden. "Mit den Mitteln aus der weltweit größten Solidaritäts-Aktion von Kindern für Kinder werden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt", wird betont. Bundesweite Träger seien das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" sowie der "Bund der deutschen katholischen Jugend" (BDKJ).
Der Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker mit einer hiesigen Sternsinger-Gruppe und Stadtrat Richard Fischer vor dem Rathaus.





