Nachdem der bisherige Standort auf dem ehemaligen Bunker-Areal aufgegeben werden musste, begannen die Akteure nach eigenem Bekunden auf einer verwilderten Fläche in Niederscheyern praktisch bei null.
(ty) Der Inter-Kultur-Garten (IKG) von Pfaffenhofen ist vom deutschlandweit aktiven Natur-Garten-Verein unmittelbar nach der Prüfung mit Gold zertifiziert worden. Das teilten die IKG-Verantwortlichen um Manfred "Mensch" Mayer in einer Presse-Information mit. "Trotz seines jungen Alters von nur rund acht Monaten überzeugte der neue Standort in Niederscheyern durch seine naturnahe und strukturreiche Gestaltung", heißt es weiter. Die Zertifizierung sei vom Naturgarten-Planer Achim Brunk durchgeführt worden.
Bewertet worden sei anhand einer umfangreichen Matrix, die unter anderem Biodiversität, Strukturvielfalt, nachhaltige Materialien, ökologische Bewirtschaftung sowie die Förderung heimischer Tier- und Pflanzenarten berücksichtige. Der neue Inter-Kultur-Garten entstand seit September vergangenen Jahres auf einer zuvor stark verwilderten Fläche mit rund 3000 Quadratmetern.
Nachdem der seit zwölf Jahren bestehende Standort auf dem ehemaligen Bunker-Areal – wie mehrfach berichtet – aufgegeben werden musste, begann die IKG-Gestaltungs-Gemeinschaft nach eigenem Bekunden praktisch bei null. In kurzer Zeit seien Offenland-Flächen, Trocken-Mauern, Sandarien, Totholzbereiche, Blüh-Flächen und weitere Biotop-Elemente geschaffen worden. Lesen Sie dazu auch einen ausführlichen Bericht: Neuer Standort, gleiches Konzept: Inter-Kultur-Garten lebt in Niederscheyern weiter
"Die Naturgarten-Zertifizierung würdigt naturnahes und umweltfreundliches Gärtnern", erklären die IKG-Koordinatoren. Ziel ist es ihren Worten zufolge, das Bewusstsein für die ökologische Bedeutung von Privat- und Gemeinschafts-Gärten zu stärken. "Gerade angesichts von Arten-Rückgang und Klima-Krise gewinnen strukturreiche Grünflächen als Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten zunehmend an Bedeutung", wird betont.
Eine treibende Kraft des deutschlandweit wirkenden Vereins "Natur-Garten e. V.", der auch das Fachmagazin "Natur & Garten" herausgebe, sei die Autorin und Referentin Birgit Helbig. Sie referierte im vergangenen Jahr auf Vorschlag des "Runden Tisches Biodiversität" im Fest-Saal des Pfaffenhofener Rathauses zum Thema Naturgarten. Ihr Leitsatz laute: "Wer einen Naturgarten pflegt, der pflegt immer auch seine Seele."
Die Akteure des Inter-Kultur-Gartens verstehen die Auszeichnung nach eigenem Bekunden "nicht nur als Anerkennung der bisherigen Arbeit, sondern auch als Motivation, die naturnahe Entwicklung des Geländes weiter voranzutreiben und andere Menschen zur Nachahmung anzuregen". Der IKG verbinde Umweltbildung, Biodiversität, nachhaltiges Gärtnern sowie Inklusion und gemeinschaftliches Engagement.
Mit dem IKG beteilige man sich unter anderem an Bildungs-Angeboten zu Wild- und Honigbienen, an Projekten zur Förderung heimischer Pflanzenarten sowie an der Umsetzung der "Agenda 2030", insbesondere des Ziels 15: "Leben an Land". Dieses Ziel fordere sinngemäß, durch weitreichende und wirksame Maßnahmen den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und damit die natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern.





