Experten berichten an diesem Mittwochabend vom Fund, von der Restaurierung und von der umfangreichen Analyse einer keltischen Statuette.
(ty) Für den kommenden Mittwoch, 15. Juli, laden das Kelten-Römer-Museum in Manching und der hiesige keltisch-römische Freundeskreis zur nächsten kostenlosen Veranstaltung im Rahmen der beliebten Reihe "Manchinger Vorträge zur Archäologie und Geschichte" ein. Zu Gast sind der Ankündigung zufolge diesmal Stefanie Berg und Diplom-Restaurator Thomas Stöckl vom bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. Sie referieren ab 18 Uhr im Museum zum Thema "Der Bronze-Krieger aus Manching – Restaurierung und Analyse einer keltischen Krieger-Statuette". Die Dauer-Ausstellung des Museums ist an diesem Tag bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist nicht erforderlich.
Das bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) habe ein umfassendes Konzept zum Umgang mit archäologischen Funden – den so genannten beweglichen Boden-Denkmälern – entwickelt, heißt es aus dem Museum. Dieses lege Ziele, Umfang und Methoden für die Erfassung und Erhaltung aller Funde fest, um sie in einen stabilen, langfristig lagerfähigen Zustand zu überführen und so das kulturelle Erbe Bayerns nachhaltig zu schützen. Bei den archäologischen Ausgrabungen in der keltischen Siedlung von Manching, die in den Jahren 2022 bis 2024 erfolgt seien, habe insbesondere die große Menge an Metallfunden eine Herausforderung dargestellt.
Sämtliche Funde seien vor der Reinigung und Konservierung mittels Röntgen-Prospektion erfasst und untersucht worden – allein 15 268 Metall-Fragmente sowie weitere Fundgattungen wurden laut Kelten-Römer-Museum in der Münchner Zentrale des Landesamts für Denkmalpflege geröntgt. Vom "Makrokosmos" des konservatorischen Umgangs mit umfangreichen Fundkomplexen führe der Vortrag am Mittwochabend in den "Mikrokosmos" der unter Korrosions-Krusten verborgenen Informationen – exemplarisch aufgezeigt am spektakulären Fund einer bronzenen Statuette.
Das Oppidum von Manching sei für bemerkenswerte Menschen-Darstellungen bekannt, die jedoch meist als so genannte Lesefunde ohne gesicherten Kontext vorlägen. Die kleine Krieger-Statuette hingegen wurde den Angaben zufolge in Originallage am Ende eines längeren Graben-Systems geborgen, das möglicherweise eine Parzellen-Grenze oder den Begleit-Graben einer Straße markierte. Stilistisch lasse sich die Figur in die Mitte des zweiten Jahrhundert vor Christus einordnen und auch der archäologische Befund gehöre in diese Zeit – das heiße: an den Übergang von der mittleren zur späten Latènezeit.
Im Vergleich mit bekannten Krieger- und Menschen-Darstellungen von Fundplätzen nördlich der Alpen werde deutlich, dass der Bronze-Krieger eine besondere Qualität aufweist. Die Statuette nehme eine herausragende Stellung aufgrund der verwendeten Technik und stilistischer Feinheit unter den bislang bekannten Beispielen keltischer Bronze-Kleinplastik ein. Durch Röntgen-Untersuchungen, instrumentelle Metall-Analysen, technologische Studien und die partielle Freilegung der originalen Oberfläche seien neue Erkenntnisse über Herstellungs-Technik, funktionale Nutzung und Erhaltungs-Zustand gewonnen worden, "die zur Rekonstruktion der ursprünglichen Erscheinung und zur Bedeutung dieser außergewöhnlichen Figur beitragen".





