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"Statt in klassischen Gruppen-Räumen halten sie sich den ganzen Tag im Freien auf und erkunden Wiesen, Bäume und Pflanzen", so die Stadtverwaltung. Ein Bauwagen bei schlechtem Wetter den nötigen Schutz.

(ty) Seit vergangenem Monat verbringen in Pfaffenhofen an der Ilm neun Sprösslinge des Kindergartens "St. Andreas" ihren Kita-Alltag in der Natur-Gruppe auf dem Bunker-Gelände. "Statt in klassischen Gruppen-Räumen halten sie sich den ganzen Tag im Freien auf und erkunden Wiesen, Bäume und Pflanzen", heißt es aus der Stadtverwaltung. Bei schlechtem Wetter biete ein Bauwagen den nötigen Schutz. Die "Fuchsgruppe" könne insgesamt bis zu 20 Buben und Mädchen aufnehmen. Das Besondere an diesem Konzept sei: "Die Kinder erleben die Natur hautnah, können ihre Umgebung mit allen Sinnen entdecken und jeden Tag neue Erfahrungen sammeln."

Ob ein Käfer am Wegesrand, ein Vogel im Gebüsch oder die bunten Blätter im Herbst: Die Natur biete immer wieder Anlass zum Staunen und Forschen. "Die Kinder sind unglaublich neugierig. Jeden Tag gibt es etwas, das sie beschäftigt und worüber sie sprechen möchten", so Kita-Leiterin Mihaela Slavova in einer aus dem Rathaus veröffentlichten Presse-Mitteilung. "Oft sind es die kleinen Dinge, die für die Kinder zu etwas ganz Besonderem werden."

Laut Stadtverwaltung lernen die Kinder nicht nur Pflanzen und Tiere kennen, sondern entwickeln auch Selbstständigkeit, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein. Die Natur gebe dabei den Rhythmus des Tages ein Stück weit mit vor. "Die Kinder erleben die unterschiedlichen Jahreszeiten unmittelbar und können beobachten, wie sich ihre Umgebung verändert. Was heute noch grün ist, wird morgen bunt; aus einer kleinen Knospe wird eine Blüte und aus einer Blüte vielleicht später eine Frucht." So werde Natur nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erlebt und verstanden.

Die Natur-Gruppe habe auf dem Bunker-Gelände zudem einen neuen Nachbarn: den Verein "Interkulturelles Garten-Paradies", so die Stadtverwaltung. Die räumliche Nähe biete Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten und Begegnungen. Geplant seien unter anderem kleine Garten-Projekte, bei denen die Kinder selbst säen, gießen und das Wachstum der Pflanzen beobachten könnten. Auch beim späteren Ernten gebe es viel zu entdecken. "So erfahren sie ganz praktisch, woher Lebensmittel kommen und wie viel Pflege und Geduld es braucht, bis Gemüse und Kräuter wachsen."

Darüber hinaus biete das "Garten-Paradies" die Gelegenheit, Menschen unterschiedlicher Generationen und kultureller Hintergründe kennenzulernen. Beim gemeinsamen Gärtnern könnten Erfahrungen und Wissen rund um Pflanzen, Anbau und Ernährung ausgetauscht werden. "Vielleicht erfahren die Kinder dabei auch, welche Kräuter und Gemüsesorten in anderen Ländern besonders beliebt sind oder welche Traditionen sich mit ihnen verbinden."

Die Zusammenarbeit soll sich laut Mitteilung aus dem Rathaus Schritt für Schritt entwickeln. Denkbar seien neben gemeinsamen Pflanz-Aktionen auch Erntetage, Natur-Beobachtungen und Projekte passend zu den Jahreszeiten. Mit der Natur-Gruppe der Kita "St. Andreas" und dem "Interkulturellen Garten-Paradies" kämen auf dem Bunker-Gelände zwei Einrichtungen zusammen, die Natur, Lernen und Gemeinschaft auf unterschiedliche Weise verbänden. "Aus der guten Nachbarschaft können so gemeinsame Projekte entstehen, die den Kindern neue Erfahrungen ermöglichen und das Miteinander auf dem Gelände bereichern", prophezeit die Stadtverwaltung.

Der ursprünglich auf dem Bunker-Gelände angesiedelte "Inter-Kultur-Garten" hat, wie berichtet, mittlerweile an anderer Stelle im Gemeinde-Gebiet einen Neuaufang gestartet; lesen Sie dazu: Inter-Kultur-Garten lebt in Niederscheyern weiter

Brigitte Beckenbauer und Waltraud Schriever-Schubring überreichten den Kindern eine Himbeer- und eine Brombeer-Pflanze für ihren Garten; sie freuen sich auf künftige Projekte mit den Sprösslingen der "Fuchsgruppe".

Zum Hintergrund:

Pfaffenhofen: Neuer Inter-Kultur-Garten erhält Naturgarten-Zertifizierung in Gold

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