Der örtliche FW-Chef Otto Breu und der gemeinsame Bürgermeister-Kandidat Karl Huber von "Ernsgaden Miteinander" erläutern Ziele und Vorhaben.
(ty) Rund 60 Interessierte sind der Einladung der Freien Wähler (FW) von Ernsgaden zu einer Wahlkampf-Veranstaltung gefolgt, die kürzlich im Landgasthof Riedmeier stattfand. Der örtliche FW-Chef Otto Breu begrüßte dazu auch Landrat Albert Gürtner (FW), der eine weitere Amtszeit anstrebt, sowie Karl Huber, der als gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat der FW und der neuen Gruppierung "Ernsgaden Miteinander" ins Rennen geht und es als früherer Rathaus-Chef noch einmal wissen will. Im Mittelpunkt standen zentrale Herausforderungen für die künftige Entwicklung der Gemeinde – von bezahlbarem Wohnraum über Hochwasserschutz bis Infrastruktur, Ehrenamt und Bildung. "Wir gehen mit klaren Handlungsfeldern und dem Anspruch auf konstruktive, bürgernahe Politik geschlossen in die Kommunalwahl", so Breu.
Er skizzierte die inhaltlichen Leitlinien seiner Gruppierung. "In Ernsgaden gibt es viele Probleme und Aufgaben, die wir zügig anpacken müssen", so Breu. Ein zentrales Anliegen sei es, ausreichend Wohnraum zu schaffen und dabei insbesondere Einheimische zu berücksichtigen. Bei künftigen Baugebieten solle die Gemeinde darauf achten, ortsansässigen Familien attraktive Konditionen zu ermöglichen. Ernsgaden sei im Hinblick auf die Betreuungs-Möglichkeiten mit Kitas und Schule ideal für junge Familien. Bei der Versorgungs-Infrastruktur sieht Breu die Kommune generell gut aufgestellt.
Deutlichen Handlungsbedarf sieht er indes bei der Sanierung der Gemeindestraßen sowie bei der Optimierung der Wasser-Versorgung, was den Härtegrad des Wassers betrifft. Auch bei der Fertigstellung des Glasfaser-Netzes müsse die Gemeinde "am Ball bleiben, damit wir nicht abgehängt werden". Auch die Zukunft der örtlichen Sparkassen-Filiale sprach er an: Die Schließung sei ein Service-Verlust. Die persönliche Beratung vor Ort müsse erhalten bleiben. Das ÖPNV-Angebot sei Dank der Initiative des Landkreises seit kurzem deutlich besser, bei der Platzierung der Haltestellen müsse aber noch nachgebessert werden.
Als weiteres zentrales Thema sieht Breu das Ehrenamt. Dieses verdiene nicht nur gesellschaftliche Anerkennung, sondern auch konkrete Unterstützung. Für Jugendliche brauche es einen geeigneten Treffpunkt in eigener Verantwortung, um Engagement und Gemeinschaft zu fördern. Mit Blick auf die Ganztags-Betreuung sprach sich der hiesige FW-Vorsitzende für praktikable und bedarfsgerechte Lösungen aus. Die Senioren-Betreuung bedürfe nach wie vor deutlicher Unterstützung durch die Gemeinde.
Breiten Raum nahm der Hochwasserschutz ein. Insbesondere der Osten Ernsgadens müsse wirksam gesichert werden, so Breu. Ein entsprechender Damm sei notwendig. Das Verfahren dauere schon viel zu lang, hier müsse die Gemeinde "richtig Gas geben". Das bestehende Betretungs-Verbot von Wegen im Feilenmoos aufgrund naturschutz-rechtlicher Vorgaben stoße bei vielen Bürgern auf Unverständnis und Verärgerung. Hier wollen sich die Freien Wähler laut Breu weiterhin für Verbesserungen einsetzen. Generell müsse man sich um die Situation im Feilenmoos und die Grabenpflege kümmern.
Gewicht legt Breu auf eine transparente und verlässliche Information der Bevölkerung. Regelmäßige Berichte über Planungen, Projekte und Entscheidungen, im Gemeinde-Magazin oder auf der kommunalen Homepage, verständlich aufbereitet und frühzeitig kommuniziert, sollen nach Dafürhalten der Freien Wähler das Vertrauen stärken und die Beteiligung erleichtern. Wunsch sei eine aktive und offene Information.
Otto Breu freut darüber, dass Karl Huber als gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat zur Verfügung steht. Huber war bereits 24 Jahre lang – von 1996 bis 2020 – der Rathaus-Chef dieser Gemeinde; seit der jüngsten Kommunalwahl im Jahr 2020 bekleidet er für die "Bürgerliste" den Posten des Vize-Landrats im Kreis Pfaffenhofen. "Karl Huber bringt neben seinem großen Fachwissen vor allem Zeit, Präsenz in der Gemeinde und ein breites Netzwerk mit", so Breu. Er sei nach Ansicht der Freien Wähler "der beste und richtige Kandidat für das Bürgermeisteramt".
Huber selbst unterstrich seine Ambitionen: "Mir liegt die Gemeinde am Herzen. Ich möchte meine Erfahrung einbringen und Verantwortung übernehmen. Er könne die Themen und Ziele der Freien Wähler "voll unterstützen". Als wesentliche Zukunfts-Aufgaben benennt er die Weiterentwicklung der Schule, in die in den kommenden Jahren erhebliche Mittel investiert werden müssten. Die Umsetzung während des laufenden Schul-Betriebs verlange besondere organisatorische und kommunikative Kompetenz. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur müsse zeitnah beschleunigt und die erhebliche Finanzierungslücke durch zusätzliche Fördermittel geschlossen werden, findet Huber.
Auch soziale Aspekte rückt er in den Fokus: Junge Menschen benötigten Perspektiven – sowohl beim Zugang zu Bauland als auch beim Wohnungs-Angebot. Gleichzeitig müsse die Gemeinde auch Senioren stärker unterstützen, um Vereinsamung vorzubeugen. Huber unterstreicht die Bedeutung einer leistungsfähigen Feuerwehr und vorausschauender Katastrophen-Vorsorge. Neben der geplanten Anschaffung eines neuen Einsatz-Fahrzeugs brauche es im Krisenfall klare Einsatz-Konzepte, abgestimmte Alarm-Pläne und ein tragfähiges Hochwasserschutz-Konzept. Sicherheit entstehe durch Vorbereitung, nicht erst im Ernstfall.
Für die nächsten Jahre sieht Huber drei Schwerpunkte: "Wir brauchen eine klare Entwicklungs-Strategie, eine klare Führungs-Kultur mit offener Kommunikation zwischen Rathaus und Bürgern sowie eine sichtbare und erreichbare Bürgermeister-Präsenz." Eine persönliche Ansprechbarkeit sei für ihn selbstverständlich, versichert er.
Landrat Gürtner ging in einem Grußwort unter anderem auf die bewältigten Aufgaben der vergangenen Jahre ein. Er nannte dabei die Migration, die Corona-Pandemie, die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und das große Hochwasser im Jahr 2024. Er betonte die Bedeutung von sachorientierter Kommunalpolitik bei der Bewältigung der überörtlichen Aufgaben des Landkreises.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Vorstellung der Gemeinderats-Kandidaten der Freien Wähler von Ernsgaden durch Vorstands-Mitglied Ernst Schweiger. Er präsentierte ihre beruflichen Hintergründe, ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Motivation für eine Mitarbeit im Ratsgremium.
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