Amtierender Landrat Albert Gürtner (FW) sieht sich vor Stichwahl gegen CSU-Herausforderer Andreas Aichele auf gutem Weg, seinen Posten zu verteidigen.
(ty) Einen Teil-Sieg hat er mit Platz eins im ersten Durchgang der Landrats-Wahl schon mal in der Tasche. Doch das solls für Amtsinhaber Albert Gürtner (FW) noch nicht gewesen sein. Der 65-Jährige möchte auch bei der Stichwahl am 22. März unbedingt die Nase vorne haben und damit sechs weitere Jahre lang an der Spitze des Kreises Pfaffenhofen stehen. Angesichts eines siebenköpfigen Bewerberfeldes seien die am vergangenen Sonntag erreichten 34 Prozent "ein gutes Zeichen" dafür, dass es mit der Verteidigung des Posten klappen werde, sagt Gürtner im Gespräch mit unserer Zeitung.
Zu seinem jüngsten Abschneiden zieht Gürtner folgenden einen Vergleich: Immerhin habe er sein Erst-Runden-Ergebnis gegenüber der Landrats-Wahl im Jahr 2020 um zwölf Prozentpunkte steigern können. Außerdem müsse man realistisch sein und einkalkulieren, "dass ein CSU-Kandidat immer für 30 Prozent gut ist". Damit spielt er auf die 32,4 Prozent seines Haupt-Widersachers Andreas Aichele von den Christsozialen an, dem er in der Stichwahl gegenüberstehen wird. Diesen von vielen Beobachtern schon im Vorfeld erwarteten Abschluss-Zweikampf geht Gürtner nach eigenem Bekunden "mit einem positiven Gefühl" an.
Dieses gründe sich auch darauf, dass er kein Sprüche-Klopfer sei, betont der 65-Jährige. Das wisse man in der Bevölkerung – und das lasse sich auch an vielen Erfolgen in seiner ersten Amtsperiode ablesen. Selbstbewusst könne er von sich behaupten, den Landkreis Pfaffenhofen durch so manche Krisen sicher hindurchgeführt zu haben – "mit Besonnenheit und starker Hand", wie er betont. Dazu zählt das amtierende Kreis-Oberhaupt beispielsweise die Auswirkungen der Corona-Krise, des Ukraine-Krieges und der Hochwasser-Katastrophe im Jahr 2024.
Dass SPD und Grüne ihn als Stabilitäts-Faktor sehen und eine Wahl-Empfehlung für ihn ausgesprochen haben, freue ihn sehr, sagt Gürtner. Diese Solidaritäts-Adresse kommt allerdings nicht von Ungefähr. Bekanntlich haben die Sozialdemokraten und die Grünen im Jahr 2020 zusammen mit Freien Wählern, "Bürgerliste" und ÖPD ein buntes Mehrheits-Bündnis im Kreistag geschmiedet, um Gürtners Kurs zu unterstützen. "In dieser Koalition habe ich mich sehr wohl gefühlt und wir haben zusammen viel erreicht", sagt der 65-Jährige. Auch mit dieser Konstellation habe man "eine sehr konservative Note in unsere Politik bekommen".
Letztere Aussage ist an die Adresse seines CSU-Herausforderers Aichele gerichtet, der immer wieder betont, dass in der vergangenen Amtsperiode der eindeutig auf konservative Politik abzielende Wähler-Wille nicht umgesetzt worden sei.
Wer im Kreistag mit wem künftig zusammengehen wird, um Mehrheiten zu bilden, sei doch nicht die vorrangige Frage, jetzt schon gar nicht, erklärt Gürtner. Dieses Thema müsse man zu gegebener Zeit angehen. Zentral sei doch, "dass wir Politik für die Menschen in unserem Landkreis machen", betont Gürtner.
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